Bengaluru/Teheran – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem politischen Umbruch. „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte er bei seiner Indien-Reise.
US-Präsident Donald Trump erhöht unterdessen den Druck auf die Führung in Teheran. Der Republikaner kündigte Strafzölle von 25 Prozent auf Importe aus Ländern an, die mit dem Iran Geschäfte machen. Das gelte ab sofort, erklärte Trump. Details blieben unklar. Auf seiner Plattform Truth Social ermutigte er die Iraner zudem, nicht aufzugeben. „Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!“, schrieb er. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis die „sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre“.
Seit über zwei Wochen demonstrieren tausende Menschen im Land gegen das Mullah-Regime, das seinerseits brutal durchgreift. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen geht inzwischen von rund 2500 Toten aus. Die Brutalität sei „schrecklich“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt, das gestern den iranischen Botschafter in Berlin einbestellte. Paris und London hatten dasselbe getan.
Mehrere tausend Menschen wurden seit Beginn der Proteste Ende Dezember festgenommen, einzelne wohl auch schon in Eilverfahren abgeurteilt, teils zum Tode. Schon in den kommenden Tagen könnte es Hinrichtungen geben.