Zahl der Apotheken sinkt weiter

von Redaktion

Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren: Immer mehr Apotheken machen dicht. © dpa

Berlin – Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag mitteilte, gab es zum Jahresende noch bundesweit 16.601 Apotheken. Das waren demnach 440 oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024. Damit sei „der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht“.

Der Apothekerverband machte für die Entwicklung unzureichende Kostenerstattungen verantwortlich. Seit der Umstellung auf das fixe Packungshonorar für Arzneimittel vor 22 Jahren habe es nur einmal eine Erhöhung gegeben. „Dieser Stillstand hat zur Folge, dass seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen musste“, hieß es. „Das ist eine gefährliche Entwicklung, denn die Resilienz unserer Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung wird mit jeder Apothekenschließung weiter geschwächt“, erklärte ABDA-Präsident Thomas Preis.

Angesichts von Kostensteigerungen und fehlender Anhebung der Erstattung sei für viele Apotheken „ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nicht mehr darstellbar“, sagte Preis weiter. Er forderte die Regierung zum Handeln auf. Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag bereits darauf verständigt, das fixe Apothekenhonorar pro Medikamentenpackung einmalig auf 9,50 Euro zu erhöhen. Preis kritisierte es vor dem Hintergrund von Apothekenschließungen als „vollkommen unverständlich“, dass dies bisher nicht umgesetzt werde.

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