Deutschland schickt Soldaten nach Grönland

von Redaktion

Erkundungsmission mit Nato-Partnern – Treffen zwischen Dänemark und USA endet ohne Annäherung

Ernüchterndes Fazit: Lokke Rasmussen. © AFP

Washington/Berlin – Deutschland wird sich an einer Erkundungsmission auf Grönland beteiligen. Die Bundeswehr werde am Donnerstagmorgen ein Transportflugzeug mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk entsenden, teilte das Verteidigungsministerium mit: „Auf Einladung Dänemarks wird sich Deutschland vom 15. bis zum 17. Januar 2026 gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen.“

Die Ankündigung folgt auf mehrfache Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begründet das mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung wegen einer Bedrohung durch China und Russland.

Dänemark erhöhte bereits gestern mit Unterstützung von Schweden und Norwegen die Militärpräsenz auf Grönland. Dies geschehe im Zusammenhang mit militärischen Übungen sowohl mit Flugzeugen, Schiffen als auch Soldaten – und in enger Zusammenarbeit mit Nato-Verbündeten.

Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland in Washington brachte gestern keine Annäherung. Zwischen den Parteien bestehe weiterhin eine „fundamentale Meinungsverschiedenheit“, sagte der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen nach dem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance, an dem auch die für die grönländische Außenpolitik zuständige Ministerin Vivian Motzfeldt teilnahm.

Rasmussen sagte, sie seien nach „einer Reihe, wie soll ich sagen, bemerkenswerter öffentlicher Äußerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis“ nach Washington gereist. „Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen.“ Man habe sich darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe auf hoher Ebene zu bilden.

Trump hatte schon vor dem gut einstündigen Gespräch klargemacht, von seinem Gebietsanspruch keinen Millimeter abzuweichen. Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei „inakzeptabel“, schrieb Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social. Rasmussen sagte später, Trump wolle Grönland weiterhin „erobern“.

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