Die Region muss man sich gönnen

von Redaktion

Grüne Woche in Berlin wird 100

Zu Jubelfeiern dürfte den Bauern nicht zumute sein, wenn morgen die Grüne Woche in Berlin eröffnet wird. Zwar wird die internationale Agrarmesse 100 Jahre alt, aber die Branche steckt in schwierigen Zeiten. Landwirte klagen nach drei relativ guten Jahren über deutlich sinkende Erzeugerpreise bei Getreide, Schweinefleisch und Milch. Zusätzlich machen sie sich Sorgen, dass das Mercosur-Abkommen mit Südamerika ihnen zusätzlichen Preisdruck bescheren könnte. Und dann befürchten sie auch noch sinkende EU-Mittel.

Trotzdem ist die Grüne Woche weit mehr als ein Stimmungsbarometer für die Agrarbranche oder ein Treffen zur therapeutischen Seelenpflege. Bis zum 25. Januar ist sie eine Plattform, auf der Bauern, Politiker, Industrie und Handel spannende Diskussionen über Versorgungssicherheit in politisch labilen Zeiten, Tierwohl- und Umweltstandards sowie Preisbildung bei Grundnahrungsmitteln führen können.

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Kriege und Handelskonflikte wird deutlich, wie wichtig die Selbstversorgung der Bevölkerung durch die heimische Landwirtschaft ist. Dafür brauchen Bauern Planungssicherheit durch eine verlässliche EU-Agrarpolitik, aber auch durch nationale Förderung. Zugleich sind kreative Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter auf den Höfen gefordert.

All das reicht nicht aus, wenn Verbraucher nicht den Wert der regionalen Lebensmittel zu schätzen wissen. Butter, Fleisch, Käse und Brot aus der Region, möglichst nach besten Umwelt- und Tierwohlstandards produziert, sind ein Genuss und schützen die Natur. Die Grüne Woche kann auch nach 100 Jahren ein Ansporn sein, sich und der Region etwas Gutes zu gönnen.CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET

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