Die charmante Wiesn-Rechnung

von Redaktion

Preis-Stopp fürs Bier?

Es ist einfach und kompliziert. Dass der grüne Bürgermeister Dominik Krause fürs Oktoberfest 2026 eine Nullrunde beim Bierpreis fordert: nachvollziehbar in einer Zeit mit gesunkener Gastro-Mehrwertsteuer. Innenstadt-Wirte zeigen, wie diese Senkung beim Kunden ankommen kann, ohne dass der Betreiber Verlust macht. Der Gast zahlt weniger pro Halbe und trinkt deshalb mehr, am Ende sind alle glücklich. Und Krause hat eine schöne Botschaft für den Wahlkampf.

Die komplizierte Hälfte: Auf der Wiesn gehen die Uhren anders. In den Zelten, wo eh alle Plätze durchgehend besetzt sind, werden Wirte nicht mehr verkaufen, bloß weil das Bier preisstabil ist. Die Nachfrage kann gar nicht steigen. Also kann man den geringeren Gewinn pro Einzel-Mass nicht durch den Verkauf von mehr Massen ausgleichen. Dazu kommen gestiegene Lebensmittelpreise, Pacht, etc. Die Litanei der Preistreiber.

Und wer hat jetzt Recht? Irgendwie jeder. Wer erhöhen will, hat Gründe dafür. Wer den Preis-Stopp will, hat sie auch. Was sich aber nicht verleugnen lässt, ist das charmante Gefühl, das mit der Idee des günstigen Biers einhergeht. Als Botschaft und Signal: ein Fest, das sich jeder leisten kann.

Auch das Vorjahr soll für die Wirte auskömmlich gewesen sein. Da war die Wiesn einen halben Tag gesperrt, gut drei Prozent der Zeit. Ein Umsatz-Minus also. Zuvor war der Bierpreis gestiegen – um gut 3,5 Prozent. Das lässt vermuten, dass tatsächlich Luft drin sein könnte für einen Preis-Stopp.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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