Wenn ein Ego die Welt beherrscht

von Redaktion

Machado-Nobelpreis für Trump

Das Weiße Haus lobt die „wundervolle Geste“ – jenseits des Bauchnabels von Donald Trump ist die Friedensnobelpreis-Farce wohl eher ein weiterer Beleg dafür, wie sehr die Welt mittlerweile mit pathologischen statt mit politischen Maßstäben zu betrachten ist. Denn die Nobelpreis-Besessenheit des US-Präsidenten ist der deutlichste Ausdruck seines Narzissmus – eine für seine Umwelt gefährliche Selbstverliebtheit, die schon vor Jahren Trumps Nichte, die Psychologin Mary Trump, bei ihrem Onkel diagnostizierte.

Mittlerweile sind es nicht nur einige karrierebewusste Speichellecker im Weißen Haus, sondern ganze Staaten und Bündnisse wie die Nato, die um das narzisstische Ego Trumps herumkreisen. Wenn Maria Machado ihren Nobelpreis an den US-Präsidenten weiterreichen will, tut sie das, weil sie davon ausgeht, dass Trump sie nur deshalb für ungeeignet hält, Venezuela zu führen, weil sie ihm „seinen“ Nobelpreis weggeschnappt hat. Trump setzt lieber weiter auf den Machtapparat des von ihm gestürzten Maduro, als der bei den Venezuela-Wahlen im Juli 2024 um den Sieg betrogenen Opposition zu ihrem Recht zu verhelfen.

Machado hofft, dass die „wundervolle Geste“ Trump auf ihre Seite ziehen kann. Was bedeutet: Nicht der Glaube an den uramerikanischen Wert der Freiheit, nicht die Ablehnung von Diktatur und Sozialismus lenken die derzeitige US-Politik, sondern die Eitelkeit Trumps. Wenn der Machado nett findet, weil sie ihm gibt, was ihm seiner Meinung nach zusteht, dann darf sie vielleicht auch mal Venezuelas Präsidentin werden.

Unklar, welche Lehren Friedrich Merz und die EU aus dieser Farce ziehen können. Welche Huldigung könnte Trump überzeugen, Grönland nicht zu überfallen? Eine Inuit-Opfergabe mit Robbenfellen vielleicht?KLAUS.RIMPEL@OVB.NET

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