„Fesseln für Forschung sprengen“

von Redaktion

„Uns bleiben nur wenige Monate“: Hightech-Minister Markus Blume. © Bodmer

Ein bisschen mehr Bayern für die Republik: In diesen Tagen übernehmen mehrere bayerische Minister den Vorsitz der Konferenzen der Fachminister. Bei Agrar, Verkehr, Bildung und Wissenschaft sollen 2026 bayerische Minister alle Länderkollegen koordinieren. Was bringt das, was soll das? Wir sprechen mit Markus Blume, dem Wissenschaftsminister (CSU, 50).

Chef der Fachministerkonferenz: Steckt da reale Macht dahinter, oder ist man nur Klassensprecher oder Vortänzer der Länder?

Bayern tut Deutschland gut, das ist das Signal des Vorsitzes dieser Fachministerkonferenzen. Oft schauen die anderen Länder neidisch auf uns, kopieren wie bei der Hightech-Agenda. Damit kommen wir gut klar, wollen dann aber auch unsere Handschrift sichtbar machen.

2026 fallen bei der Wissenschaftspolitik Standortentscheidungen über Milliarden-Investitionen. Plan: Die Minister Bär (Bund) und Blume holen gnadenlos alles nach Bayern?

Verteilt wird nicht nach Wünsch-Dir-was, sondern nach Exzellenz in Forschung und Technologie. Das Leitziel ist klar: Deutschland muss bei den Schlüsselmissionen der nächsten Jahre im globalen Wettbewerb Anschluss halten. Die Welt ist in totale Unordnung geraten, es herrscht das Recht des Stärkeren: militärische Macht dominiert wieder, dazu kommt neu technologische Überlegenheit. 2026 entscheidet sich enorm viel. Im Rennen um die Gigafabriken für künstliche Intelligenz, um den ersten Fusionsreaktor, um leistungsfähige humanoide Roboter müssen wir verhindern, dass die USA und China diese Märkte total dominieren und wir in neue Abhängigkeiten geraten. Es bleiben uns nur wenige Monate, um uns in Deutschland optimal aufzustellen, sonst ist das Rennen gelaufen. Bayern hat da spannende Bewerbungen, aber es muss sich bundesweit 2026 enorm viel bewegen.

Was konkret?

Wir brauchen mehr Freiheit für die Forschung, wir müssen die Fesseln der Bürokratie wegsprengen. Ich werde alles tun, heuer ein großes, starkes Innovationsfreiheitsgesetz im Bund mitanzuschieben – Schluss mit der Lähmung. Und wir brauchen mehr Ambition für Innovation. Die Hightech-Agenda, die Dorothee Bär mit viel Verve konzipiert hat, muss 2026 abheben.

Weniger romantisch gesagt: Bayern braucht die Bundesmittel, damit Söders Hightech-Agenda nicht die Luft ausgeht.

Bayern ist maßstabsetzend in der Innovationspolitik. Deutschland braucht uns. Aber umgekehrt brauchen wir auch den Rückenwind vom Bund, um im weltweiten Wettrennen zu bestehen.

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