Krise in der Bischofskonferenz

von Redaktion

Limburger Bischof Bätzing gibt überraschend den Vorsitz ab

Bonn – Paukenschlag einen Monat vor der Frühjahrs-Vollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK): Der bisherige Vorsitzende Bischof Georg Bätzing (64) steht nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. „Nach Beratung und reiflicher Überlegung“ habe er sich dazu entschieden. Der Limburger Bischof war vor sechs Jahren zum Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx zum Vorsitzenden gewählt worden.

Für Prof. Thomas Söding, Vize-Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), ist der Rückzug „ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Bischofskonferenz in einer Krise befindet“. Er bedauere, dass der Limburger Bischof den Vorsitz abgebe. „Er ist ein sehr verlässlicher Partner auf dem synodalen Weg gewesen“, sagte Söding unserer Zeitung. Bätzings Amtszeit war geprägt vom Richtungsstreit innerhalb der deutschen Kirche und vor allem der Bischofskonferenz im Hinblick auf Reformen. Söding sieht die Friktionen so stark, „dass es an der Zeit ist, dass eine kleine Gruppe von Bischöfen, die Nein sagt zum synodalen Weg, ihren Widerstand aufgibt“. Das ZdK habe kein Interesse daran, dass die Bischofskonferenz gespalten ist. Söding hofft, dass der Rückzug „ein Warnschuss ist, der die Bischöfe zur Einheit bewegt“. Die Kirche in Deutschland stehe unmittelbar davor, einen wichtigen Durchbruch zu schaffen. Er ist zuversichtlich, dass jemand gefunden werde, der die Einheit erreichen könne.

Bätzing hat sich für die Reformen starkgemacht. Es gab aber viel Streit mit Reformgegnern um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, den Regensburger Bischof Voderholzer und den Passauer Bischof Oster. Zugleich kam es zu Debatten mit dem Vatikan. Als Nachfolger ist der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf (58) im Gespräch, der als Mann der Mitte gilt. Kompromiss-Kandidat könnte der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer (64) sein.CM

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