Moskau/Berlin – Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Kremlangaben über diplomatische Kanäle eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten. „Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu klären“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland unterhält Kontakte sowohl zu Israel als auch zur Palästinenser-Führung und zur Terrororganisation Hamas.
In Moskau stieß die Einladung in das von US-Präsident Donald Trump geplante Gremium auch deshalb auf Wohlwollen, weil Russland sich traditionell als wichtiger Akteur im Nahen Osten sieht und dort eigene geopolitische Interessen verfolgt. Zudem sieht sich Kremlchef Putin damit ungeachtet seines Angriffskriegs gegen die Ukraine willkommen auf internationaler Bühne.
Auch Deutschland erhielt eine Einladung für den Friedensrat. Die Bundesregierung werde in Absprache mit ihren Partnern darüber beraten, wie sie damit umgehe, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag. Eine Zusage für die Teilnahme gab er nicht ab. Für einen ständigen Sitz in dem Gremium sollen Mitgliedstaaten eine Gebühr in Höhe von einer Milliarde Dollar (rund 862 Millionen Euro) zahlen.
Auch Paris zögert aufgrund von Bedenken. Man sei eingeladen und prüfe derzeit gemeinsam mit Frankreichs Partnern „den vorgeschlagenen Rechtsrahmen“, hieß es aus dem Umfeld von Präsident Emmanuel Macron. „Zum jetzigen Zeitpunkt beabsichtigt Frankreich jedoch nicht, auf das Angebot einzugehen.“