Damaskus – Trotz eines angekündigten Waffenstillstands zwischen Regierungstruppen und den kurdisch angeführten Milizen bleibt die Lage im Norden Syriens weiter angespannt. Beide Seiten warfen sich gestern gegenseitige Angriffe vor. Sorge besteht vor allem um die bisher von den Kurden kontrollierten Gefängnisse für Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat (IS).
Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) warnten vor einer deutlichen Verschärfung der Sicherheitslage. Im Umfeld des Gefängnis al-Akttan komme es derzeit zu schweren Kämpfen, teilten sie in einer Pressemitteilung mit. In dem Gefängnisses sind Mitglieder des IS untergebracht. Die Regierungstruppen und ihre Verbündeten probierten laut SDF das Gefängnis unter ihre Kontrolle zu bringen. Die SDF warnten vor „katastrophalen Folgen.“ Es besteht die Sorge, dass bei Kämpfen oder einem Abzug der SDF IS-Angehörige aus dem Gefängnis freikommen könnten. Auch bei dem berüchtigten al-Hol-Lager im Nordosten Syriens ist es demnach bereits zu Ausbruchsversuchen der Häftlinge gekommen.