In den sechs Jahren als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat es der Limburger Bischof Georg Bätzing nicht geschafft, die 27 Ortsbischöfe auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen. Die vier Reform-Gegner Woelki (Köln), Voderholzer (Regensburg), Oster (Passau) und der 2025 zurückgetretene Hanke (Eichstätt) haben sich vehement gegen den Synodalen Weg gestemmt.
Dieses Projekt, mit dem zunächst der Münchner Kardinal Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz, dann dessen Nachfolger Bätzing nach dem Glaubwürdigkeitsverlust durch den Missbrauchsskandal wieder Vertrauen aufbauen wollten, ist entscheidend für die Zukunft der Kirche in Deutschland. Doch die Beschlüsse, die mit dem Zentralkomitee der Katholiken in jahrelanger Arbeit gefasst wurden und die auf deutscher Ebene kurz vor dem Abschluss stehen, werden heftig bekämpft: Die erhoffte Diakonenweihe von Frauen und die Segnung homosexueller Paare ebenso wie die größere Einbeziehung der Laien in die Kirchenleitung. Auch in Rom gibt es Bedenken.
Die katholische Kirche steht nach dem Rückzug von Bischof Bätzing vor einem großen Problem: Wie können berechtigte Zukunftswünsche hierzulande und die Sorgen einer Minderheit vor einer Kirchenspaltung in Einklang gebracht werden? Zunächst einmal müssen die Reformgegner ihre Blockade aufgeben. Dann braucht es einen Vorsitzenden, der das Vertrauen beider Gruppen gewinnen kann. Der gut vernetzt ist in Rom und ebenso gut Italienisch wie Englisch spricht, um schon rein sprachlich einen guten Zugang zu Papst Leo XIV. zu finden. Denn eines ist klar: Ohne den Papst gibt es keine Reformen. CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET