Das Lager al-Hol im Nordosten Syriens. © Ahmad/dpa
Damaskus – Die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ziehen nach eigenen Angaben von dem berüchtigten Lager al-Hol in Syrien ab. In dem Lager, das die SDF bisher bewachten, sind tausende Angehörige von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) untergebracht, vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche. Der Abzug folgt auf eine Offensive von Regierungstruppen.
Das Lager ist offiziell kein Gefängnis, wird von Bewohnern aber oft so beschrieben. Sie können das Camp nicht freiwillig verlassen. „Aufgrund der Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber dem IS-Problem“ seien die SDF-Streitkräfte gezwungen gewesen, aus dem Lager abzuziehen, hieß es in einer Mitteilung. Sie warfen der internationalen Gemeinschaft vor, ihrer Verantwortung bei der Bewältigung „dieser ernsten Angelegenheit“ nicht nachgekommen zu sein. Die SDF-Einheiten seien in andere Gebiete im Nordosten Syriens verlegt worden.
Die syrische Armee bestätigte den Abzug der SDF-Kräfte. Sie warf ihnen vor, den dort „Inhaftierten“ die Flucht ermöglicht zu haben. Die Armee werde in das Gebiet vorrücken und die Lage sichern. Die Armee bekräftigte zugleich ihr Bekenntnis zum Schutz der kurdischen Bevölkerung. Ziel des Einsatzes sei es, Stabilität wiederherzustellen und staatliche Institutionen zu schützen.
Gestern Abend einigten sich die Übergangsregierung und die SDF auf einen Waffenstillstand. Er soll zunächst vier Tage gelten. Die SDF erklärten die „volle Verpflichtung“ ihrer Streitkräfte zur Vereinbarung.