Die Wissenschaft als Turbo für Deutschland

von Redaktion

Bessere Bezahlung von Forschern

Die Zeitenwende, keineswegs nur die militärische, erfasst zunehmend auch die Wissenschaft. Das Bundeskabinett brachte gestern eine auf den ersten Blick unspektakuläre Neuregelung auf den Weg: Außeruniversitäre, gemeinnützige Forschungseinrichtungen, auch industrienah, müssen Wissenschaftler künftig nicht mehr nach öffentlichen Tarifen bezahlen. Das steht symbolhaft für das Umdenken, das in der deutschen Forschung erfolgen sollte. Denn plötzlich tun sich hier unverhofft Möglichkeiten auf.

Bislang galten die USA als Sehnsuchtsort vieler Wissenschaftler. Doch unter Donald Trump ändert sich das: Ausländer geraten, auch unberechtigt, ins Visier der ICE-Fahnder. Der Präsident keilt gegen Elite-Universitäten und kürzt deren Mittel. Große Forschungszweige zu Klima oder Medizin werden politisch abgelehnt. Schon vor zehn Monaten berichtete das Wissenschaftsmagazin „Nature“, drei Viertel der US-Forscher könnten sich vorstellen, das Land zu verlassen. Dazu kommt der weltweite Nachwuchs, den es erst gar nicht in die USA zieht.

Für Europa tun sich damit ungeahnte Chancen auf. Aus Spitzenforschung entstehen automatisch Innovation und wirtschaftliche Perspektiven. Deutschland könnte so nicht nur zum Standort der alten Autoriesen, sondern von jungen Start-ups werden. Deshalb ist es richtig, mehr Freiheiten für attraktive Bezahlung zu schaffen. Aber es braucht auch einfache Regelungen, die Firmengründern und Investoren das Leben erleichtern. Mittelfristig könnte das zum Turbo für den Standort werden.

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