Die Grünen erschrecken über ihre linke Hälfte. Eine gemeinsame Mehrheit von Grünen, radikal Linken und radikal Rechten hat im EU-Parlament das Mercosur-Abkommen ausgebremst. Grüne und AfD Seit‘ an Seit‘ gegen Freihandel, Export und Wohlstand? Mit den milden Worten des klugen Grünen Cem Özdemir: Da haben einige „den Ernst der Lage nicht verstanden“.
Bedenken haben, Änderungen im jahrelangen Prozess fordern – schon okay, das gab es in allen Parteien; Markus Söder konnte flammend gegen (2020) und dann für (2026) Mercosur sein, als nachgebessert wurde. Das Problem bei den Grünen ist ihr viel tieferer ideologischer Graben, der jetzt wieder offen daliegt. Der sehr weit links stehende Flügel ist schlicht nicht regierungsfähig oder kompromisswillig. Das macht es der Konkurrenz so einfach, die Gesamtpartei zu Fundi-Spinnern zu erklären. Die vielen bodenständigen Realos, obwohl mit Regierungserfahrung im Bund oder in Baden-Württemberg, werden dann abgehängt.
Besser wird‘s kurzfristig nicht. Die steil gefallenen Wahlergebnisse schwächen die Realos. Als Grüne noch Direktmandate holten, übrigens auch mitten in Bayern, waren das fast immer anschlussfähige Pragmatiker. Klar, sie müssen ja eine relative Mehrheit in ihren Wahlkreisen überzeugen. Wenn es nur um Listenplätze geht, wie beim starren und stupiden Europawahlrecht, setzen sich stärker Ultralinke durch.