KOMMENTAR

Höchste Zeit, ein Zeichen zu setzen

von Redaktion

Debatte um deutsche Goldreserven

Erneut ist eine Diskussion um die deutschen Goldreserven im Gange. Auch wenn die Bundesbank es nicht hören mag, sollten sie zumindest in größeren Teilen aus den USA abgezogen werden. Das gebietet die Erkenntnis, dass sich die US-Administration nicht mehr grundsätzlich an geltendes Recht hält. Zudem torpediert Donald Trump die Unabhängigkeit der Notenbank Fed, in deren Obhut das Gold gelagert wird. Damit kann das deutsche Vermögen von rund 160 Milliarden Euro auch als Druckmittel eingesetzt werden.

Panik ist nicht angezeigt – Zeichen setzen schon. Schon die Absicht einer solchen Aktion würde einen Vertrauensverlust in die US-Finanzpolitik signalisieren und den einstigen Partnern ihre Verletzlichkeit vor Augen führen. Bisher konnten nur die Finanzmärkte den Präsidenten einhegen.

Ein Argument für die Lagerung an internationalen Finanzplätzen ist die Möglichkeit, bei Marktverwerfungen sofort vor Ort eingreifen zu können. Allerdings sollte dies angesichts digitalisierter Handelssysteme auch anders möglich sein. Zumindest müsste die Bundesbank einmal konkret darlegen, welche Vorteile die Tresore New Yorks bieten.

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