„Unanständig und respektlos“: Mit klaren, schroffen Worten fordert Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Entschuldigung von Donald Trump ein für den Spott zum Afghanistan-Einsatz der Alliierten. Gut so. Der wackere Genosse Pistorius dürfte zwar weit unter Trumps Wahrnehmungsschwelle liegen – aber wichtig ist die Botschaft des Ministers an die eigene Truppe: Wenigstens die Bundesregierung respektiert die Leistung der Soldaten.
Der Eindruck, öffentlich wie intern, ist nämlich ein anderer. Der größte Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr – 20 Jahre, 160 000 Soldaten, 59 Gefallene, 500 Verletzte – ist gescheitert. Die Taliban haben die Macht zurück, die westlichen Truppen sind 2021 fluchtartig ausgeflogen. Das war aber ein politisches, kein militärisches Versagen: ein zu kleines, zu weiches, auch deutsch-überbürokratisches Mandat – dies war das Kernproblem am Hindukusch. Mit diesem Auftrag war Afghanistan nicht zu beherrschen, schon gar nicht stabil zu befrieden.
Mindestens so bitter für die deutschen Soldaten: Hierzulande wurde ihr fordernder, lebensgefährlicher Einsatz von weiten Teilen der Bevölkerung erst achselzuckend bis leicht angewidert ignoriert. In späteren Jahren wurde dann, auch gern von Medien hochgejazzt, so getan, als wäre da eine rechtsradikale Ballertruppe im Einsatz. Der übergroßen Mehrheit der Bundeswehrsoldaten wurde damit grob Unrecht getan. Nicht erst von Trump.CHRISTIAN.DEUTSCHLAENDER@OVB.NET