Vermutlich hat der CDU-Wirtschaftsflügel gar nicht damit gerechnet, dass sein Vorschlag eine Mehrheit bekommen könnte. Wer seinen Antrag krawallig „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ nennt, will eher provozieren als überzeugen. Dabei lässt sich das Problem für den Sozialstaat ja nicht leugnen: 40,1 Prozent aller Arbeitnehmer sind nur in Teilzeit beschäftigt. Darunter natürlich viele Eltern – aber eben auch Menschen, die sich das leisten können.
Die Lösung liegt nicht im Zwang, sondern in der Änderung der Rahmenbedingungen. Da wäre – natürlich – die nach wie vor mäßige Kinderbetreuung. Aber es kommen noch zwei andere unbequeme Wahrheiten hinzu. Erstens: Gerade für Jüngere gilt das alte Aufstiegsversprechen nicht mehr. Das Eigenheim ist kaum noch zu finanzieren, es gibt oft nur befristete Jobs, die noch dazu von KI bedroht werden. Da setzen junge Arbeitnehmer eben andere Prioritäten.
Zweitens wird Fleiß vom Steuersystem eher bestraft: Wer vollzeit ackert und noch Exrajobs macht, ist plötzlich „Spitzenverdiener“ mit Abgaben von 50 Prozent. Auch dank der üblichen Reflexe von Genossen und Gewerkschaftern.