Gewerkschaft kämpft gegen Arbeitszeit-Plan

von Redaktion

Berlin/München – In der Politik stehen kräftige Kontroversen um eine neue Arbeitszeit-Grenze an. Bayerns DGB-Chef Bernhard Stiedl kündigte energischen Widerstand gegen die Pläne der Bundesregierung an, die tägliche Höchstgrenze von acht Stunden zu kippen. Der Acht-Stunden-Tag sei „hart erkämpft und unverrückbar“, sagte Stiedl. Da die Tarifbindung innerhalb der Arbeitswelt seit Jahren sinke, sei das Arbeitszeitgesetz für Millionen Beschäftigte „der einzige verlässliche Schutz vor Überlastung und gesundheitlichen Schäden“. Stiedl fürchtet „Arbeitstage von bis zu 13 Stunden in der Folge“.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die CSU hatten angekündigt, für eine Lockerung des Arbeitszeit-Gesetzes einzutreten. Das steht so auch im Koalitionsvertrag. Das Bundeswirtschaftsministerium will das noch heuer umsetzen, beginnend in Tourismus und Gastronomie. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband erklärte, das „schafft für Betriebe und Beschäftigte die dringend benötigte Flexibilität – gerade im People-Business Gastgewerbe mit seinen starken Nachfragespitzen“.

Aktuell ist die Arbeitszeit auf acht Stunden pro Tag begrenzt. In Ausnahmefällen ist eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden möglich, wenn dies später wieder ausgeglichen wird. Die SPD will das mittragen, verlangt aber einen vollen Ausgleich und eine elektronische Erfassung aller Arbeitszeiten.

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