Kiew/Moskau – Die russische Armee hat nach Berechnungen von US-Experten in den fast vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine 1,2 Millionen Soldaten durch Verwundung oder Tod verloren. Ein Bericht der Denkfabrik CSIS geht dabei von 325 000 getöteten russischen Soldaten seit Februar 2022 aus. Für die Ukraine wurden die Verluste auf 500 000 bis 600 000 Soldaten beziffert, darunter 100 000 bis 140 000 Tote.
Das Center for Strategic and International Studies stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Militärs, Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder. Sollten die Kämpfe so intensiv weitergehen, werde der zusammengerechnete Verlust beider Seiten im April zwei Millionen Soldaten übersteigen, heißt es. „In keinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine Großmacht so hohe Verlust- und Todeszahlen erlitten“, schreiben die Autoren über die russische Seite.
Beide Kriegsparteien behandeln ihre Verlustzahlen als Verschlusssache. In Moskau sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, Zahlen wie in dem Bericht dürfe man nicht als glaubhaft betrachten. Nur das Verteidigungsministerium sei befugt, Zahlen zu den russischen Verlusten zu veröffentlichen, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
Die Berechnung in den USA deckt sich mit den Angaben des ukrainischen Generalstabs in Kiew, der ebenfalls bislang von 1,23 Millionen getöteten oder verwundeten russischen Soldaten ausgeht. Die Zahl soll sich auf abgehörten Funkverkehr der russischen Seite stützen, ist im Detail aber nicht überprüfbar. Für beide Länder gibt es Versuche, anhand von Beerdigungen oder Posts in Sozialen Netzwerken bestätigte Todesfälle von Soldaten zu zählen.