Ein Scherz auf fremde Kosten

von Redaktion

Ärger um Grönland-Satire des NDR

Ein Scherz kann mal danebengehen. Darin hat Kabarettist Maxi Schafroth schon manche Erfahrung gesammelt. Seine missglückte Satire auf Grönland war eh zweifelhaft, weil sie die Falschen verspottet, nämlich die Opfer; sie löst aber keine unheilbare diplomatische Krise aus. Das größere Problem der Aktion ist ein medienpolitisches: Das ist ein Fest für die Feinde aller Öffentlich-Rechtlichen. Wieder mal.

Das Sender-System ist in einer tiefen Akzeptanzkrise. Der Protest gegen die Beitragsfinanzierung geht vom rechten Rand bis ins demokratische Spektrum; zumindest den Ruf nach Zusammenlegung von ARD und ZDF gibt es auch in der Union. Und nach den Landtagswahlen im Osten heuer droht die Kündigung der Medienstaatsverträge. All das Gute, was die Öffentlich-Rechtlichen (auch, ja: überwiegend) leisten, würde davon hinweggefegt.

Gebührengelder rauszuhauen, um den Spaßvogel, ein Kamerateam und die US-Fahne nach Grönland zu fliegen, plus Geldbuße – nein, das wird auch den defizitären NDR nicht ruinieren. Aber viele normale Menschen – und nebenbei: alle Medien, die sich ihre Existenz jeden Tag erwirtschaften müssen – fragen sich: Wann erkennen die Sender-Verantwortlichen endlich, in welcher Lage sie sind? Setzen die Prioritäten ernsthafter und sparsamer? Der Schafroth-Flop ist keine Katastrophe, aber doch ein Schaden für die ganze ARD.CHRISTIAN.DEUTSCHLAENDER@OVB.NET

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