Hinter diesem Fenster ist Leos Arbeitszimmer. © kna
Vatikanstadt – Rätselraten um die künftigen Privatgemächer des Papstes: Wird Leo XIV. direkt unter dem Dach des Apostolischen Palastes leben oder in dem traditionellen Appartement der Päpste darunter? „Der Papst beabsichtigt, die Räume, die seinen Vorgängern zur Verfügung standen, für sich und seine engsten Mitarbeiter als Wohnraum zu nutzen“, sagte Vatikansprecher Matteo Bruni auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Zu den Räumlichkeiten gehören sowohl das Dachgeschoss, in dem früher die engsten Mitarbeiter des jeweiligen Papstes lebten, als auch die dritte Etage. Noch ein Stockwerk tiefer liegt die päpstliche Privatbibliothek, in der das Oberhaupt der Katholiken neben Kirchenmännern und -frauen die vielen Staats- und Regierungschefs in Audienz empfängt.
Die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ hatte berichtet, Leo XIV. wolle ins Dachgeschoss des Apostolischen Palastes ziehen. Die Etage, in der sich das Appartement befindet, liegt über der traditionellen Papstwohnung im Apostolischen Palast und ist von außen kaum sichtbar. Die deutlich kleineren Fenster liegen direkt über den Rahmen der großen Fenster des darunterliegenden Stockwerks. Neben Schlafzimmer, Küche und Bad soll die neue Papstwohnung über einen Fitnessraum und eine kleine Kapelle verfügen. Auf der Dachterrasse befindet sich seit dem Pontifikat von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) eine Nachbildung der Lourdesgrotte.
Seit Monaten werden die Räume im Apostolischen Palast saniert, Leitungen erneuert und das marode Dach repariert. Da Leos XIV. direkter Vorgänger Franziskus dort nicht wohnen wollte, standen die Gemächer über zwölf Jahre lang leer – entsprechend groß war der Sanierungsbedarf. Dem Vernehmen nach soll Leo XIV. Ende Februar sein neues Heim beziehen. Dazu äußerte sich Papstsprecher Bruni nicht. Jedoch seien die Renovierungsarbeiten im päpstlichen Arbeitszimmer abgeschlossen, so Bruni. Leo XIV. arbeite dort bereits wieder tagsüber. Es befindet sich in der dritten Etage hinter dem zweiten Fenster von rechts, von dem aus der Papst jeden Sonntag um 12 Uhr beim Mittagsgebet zu den Menschen weit unten auf dem Petersplatz spricht.
Die päpstlichen Arbeits- und Wohnzimmer sind eingebettet in den 55 000-Quadratmeter-Komplex „Apostolischer Palast“. Neben den päpstlichen Gemächern beherbergen die über 1000 Räume Büros des Staatssekretariats, Säle und die Sixtinische Kapelle.