Es wurde gerungen bis zuletzt: 177 Delegierte der Synodalversammlung der katholischen Kirche haben auf ihrer letzten Vollversammlung ein Resümee gezogen. Nach sechs Jahren Debatten, Tränen, Zusammenraufen und Annäherungen gibt es kein klares Bild: Die Synodalen schwanken zwischen Frust über Unerreichtes und Hoffnung darauf, dass der Reformweg weitergeht. Im Verhältnis zwischen den meisten Bischöfen und den Laien hat sich eine neue Gesprächskultur entwickelt. Doch bei Reformen steckt die Kirche in den Anfängen.
Wegweisende Veränderungen wie die Öffnung zum Weiheamt für Frauen oder Änderungen beim Zölibat wurden nur als Anfragen an Rom gerichtet. Darüber kann nur der Papst entscheiden. Das war freilich von Beginn an klar, dass dies nicht in der Kompetenz deutscher Bischöfe liegt. Aber das Drängen darf nicht nachlassen, damit sich im Vatikan etwas bewegt.
Der Synodale Weg darf trotzdem (noch) nicht als Sackgasse abgetan werden. Das liberalisierte Arbeitsrecht und die Schaffung neuer Beratungsgremien sind wichtige Etappenziele. Themen wie der Umgang mit Homosexualität wurden enttabuisiert. Doch am Machtprinzip hat sich nicht viel verändert: Die Mitverantwortung der Laien endet an den Machtbefugnissen der Bischöfe. Jetzt kommt es darauf an, dass eine Synodalkonferenz auf nationaler Ebene Reformen voranbringt. Doch dafür braucht es grünes Licht von der Bischofskonferenz. Und den Segen des Papstes. Wenn Leo den verweigert, endet der Synodale Weg wirklich in einer Sackgasse. Die nächste Austrittswelle wäre ein Tsunami.