KOMMENTAR

Aufklärung oder Schlammschlacht?

von Redaktion

Clinton sagt vor US-Kongress aus

Nun also doch: Erst unter dem Druck einer drohenden Anklage haben sich die Clintons im Fall Jeffrey Epstein zur Aussage vor dem US-Kongress bereit erklärt. Das enge Verhältnis des Ex-Präsidenten Bill Clinton zum schwer reichen Sexualstraftäter ist seit Jahren Gegenstand von Spekulationen. Genauso wie bei Donald Trump. Beide, Clinton wie Trump, haben dunkle Vorgeschichten beim Umgang mit Frauen. Doch beide streiten ab, etwas mit Epsteins Aktivitäten zu tun gehabt zu haben. Und bislang haben alle veröffentlichten Dokumente nichts Justiziables zutage gefördert.

Der Vorgang ist hoch politisch. Und für die Demokraten extrem heikel. Denn im Trump-Amerika verschiebt sich der moralische Kompass, und die Partei der Roosevelts, Kennedys und Obamas inszeniert sich als Schützerin traditioneller Werte. Da passt die vermeintliche Weigerung, sich an einer Aufarbeitung zu beteiligen, schlecht ins Bild. Gleichzeitig ist klar, dass es der republikanischen Mehrheit im Kongress mindestens ebenso sehr um eine politische Schlammschlacht geht wie um ehrliche Aufklärung. Die kann erst erfolgen, wenn wirklich alle Akten veröffentlicht sind.

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