Die Krise kriecht wie Kälte in unser Land. In der (Auto-)Industrie fallen Monat für Monat tausende Stellen in Bayern weg, in Konzernen beginnt gerade erst die Welle an Abbau von Jobs, die durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Mittenrein platzt nun die gute, wirklich gute Nachricht vom milliardenschweren Rechenzentrum mitten in München. Das macht Mut: wirtschaftlich, aber auch strategisch.
Die KI-Fabrik von Telekom, Nvidia und SAP ist, über die dicke Investition hinaus, ein überfälliger Schritt für mehr Souveränität und Resilienz. Einfach gesagt: Bei Hightech sind wir dramatisch abhängig von Hardware aus der Diktatur China und der nicht mehr partnerschaftlichen Demokratie USA. Zwei Großmächte, die ihre Wirtschaftsstärke mit zunehmender Brutalität ausspielen. Der Telekom-Pakt mit Nvidia löst die Abhängigkeit bei den Prozessoren nicht, aber im Ergebnis soll eine von den USA unabhängige Daten-Cloud stehen. Wie wichtig es wird, Daten physisch und rechtlich in Europa zu speichern, wo Recht und Gesetz gelten, erahnen wir gerade erst.
Die KI-Fabrik mitten nach München zu holen, ist ein dickes Kompliment für Bayerns Hightech-Politik der letzten Jahre, die gezielt Cluster geschaffen hat – und ein Auftrag für die anlaufende Milliardenoffensive des Bundes. Bundesweit stehen bis 2029 extrem wichtige Standortentscheidungen an: Kernfusion, Quantencomputing, KI, Biotech, Hyperloop, Mikroelektronik. Bitte nicht mit der Gießkanne nach Proporz oder Regionaljammerei verteilen, sondern zu Erfolgsstandorten mit Forschung und Wissenschaft bündeln! Deutschland kann nicht Zuckerl verteilen, sondern muss einen Rückstand aufholen.