Damit, dass es im Winter auch mal schneit und glatt wird, konnte nun wirklich niemand rechnen! Verzeihung, aber als Oberbayer kann man sich ein wenig Häme über das Berliner Winter-Theater kaum verkneifen. Sicher, auch bei uns an den Alpen gibt es an manchem Morgen einfach zu viel Neuschnee, so dass Schulbusse und Züge, Postboten und Zeitungszusteller kaum durchkommen. Doch in Berlin geht es nicht um einzelne Tage. Das Chaos liegt im System!
Es beginnt bei zu vielen Bürgern, denen das Allgemeinwohl offenbar egal ist und die deshalb nicht ihrer Räumpflicht nachkommen. Und es geht weiter bei Umweltschützern, die gegen das pragmatische Aussetzen eines Streusalz-Verbots klagen – und damit Knochenbrüche und schwere Verletzungen in Kauf nehmen.
Das Kernproblem bleibt aber eine Stadtverwaltung, die an ihren ureigenen Aufgaben krachend scheitert. München, Nürnberg und Stuttgart bekommen den Winter geregelt, Berlin nicht. Nach dem Ärger um den Anschlag aufs Stromnetz (der Herr Bürgermeister Kai Wegner spielte Tennis) ist es die zweite Blamage. Ganz ohne Häme: Im Wahljahr führt das fix zur Bruchlandung.