Nur Neubau kann die Preis-Spirale stoppen

von Redaktion

Wohnungspolitik

Mögen hätten sie schon wollen, aber dürfen hat sich bisher keiner getraut. Diese Feststellung frei nach Karl Valentin beschreibt die Grundlinien der Münchner Wohnungspolitik im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte ganz gut. Jetzt, kurz vor der Kommunalwahl, ist das Thema besonders aktuell. Denn jeder OB-Kandidat betont, wie wichtig günstiger Wohnraum für die Stadt und das Umland ist.

Diese Einschätzung stimmt zwar – allerdings stimmt sie schon seit 30 Jahren. Mieten und Kaufpreise sind derweil nicht einfach bloß gestiegen, sondern regelrecht explodiert. Dass Münchner Mieter jetzt auf die Straße gehen: Das ist deshalb verständlich. Problem: Es gibt keine einfachen Lösungen. Die Schuld pauschal den Vermietern zuzuschieben, ist falsch. Sie können nichts für gestiegene Baupreise, sie können nichts für hohe Zinsen, sie können nichts für die komplizierte Rechtslage. Die Kombination dieser Faktoren hat den Wohnungsbau (insbesondere den sozialen) phasenweise nahezu zum Erliegen gebracht.

Wer günstiges Wohnen möglich machen will, muss dafür sorgen, dass mehr gebaut wird. Das ist Aufgabe für Bundes- und Landespolitiker, die den Rahmen setzen – aber auch für die Stadtpolitik, die konkrete Entscheidungen zur Bebauung treffen muss. Klar ist: Damit handelt man sich auf alle Fälle Ärger ein, etwa mit Baustellen-Nachbarn oder Naturschützern. Trauen muss man sich halt – wenn man will.ULRICH.HEICHELE@OVB.NET

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