In diesen wirren Zeiten geraten selbst dramatische Ereignisse wie die blutige Niederschlagung der iranischen Opposition allzu schnell in den Hintergrund. Deshalb ist es wichtig, wenn nun in Berlin tausende Demonstranten an die Verbrechen des iranischen Regimes erinnern. Doch der Protest zeigt auch, warum sich die Mullahs trotz des Widerstands der Iraner an der Macht halten können: Die Opposition ist maßlos zerstritten. So wurde in Berlin nicht nur gegen das Regime in Teheran, sondern auch gegen den Schah-Sohn Reza Pahlavi demonstriert, der sich eigentlich gerne zur Integrationsfigur der gesamten Opposition aufschwingen würde. Und es wurde gegen ein Eingreifen der USA protestiert – während andere Teile der Regime-Gegner die Überzeugung vertreten, dass Ajatollah Chamenei nur mit Hilfe von außen gestürzt werden kann. Aber weder US-Präsident Donald Trump noch die arabischen Feinde Teherans wollen wirklich einen Bodenkrieg mit dem Riesen-Reich riskieren, der die ganze Region ins Chaos stürzen könnte.
Trotz aller Wut der Iraner über ihre Führung: Die Mullahs sitzen fester im Sattel, als es zuletzt den Anschein machte.