2026 ist für die Bauern in Bayern und Deutschland ein entscheidendes Jahr. Jetzt werden die Weichen gestellt für die Gemeinsame Agrarpolitik in Europa, die sogenannte GAP. 2028 beginnt eine neue Förderperiode, die bis 2034 die Grundlage des Wirtschaftens für die europäischen Bauern bildet.
Damit verbunden sind politische Diskussionen in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten, die den Landwirtinnen und Landwirten große Sorgen bereiten. Vor allem die Idee der EU-Kommission, die Abschied nehmen will von einem eigenständigen Agrar-Etat. Die Agrarförderung soll Bestandteil eines nationalen Haushaltsplans werden. Hier schrillen zu Recht die Alarmglocken bei den Bauern, die eine „Renationalisierung“ der europäischen Agrarpolitik befürchten.
Es darf nicht vergessen werden: Es war die Agrarpolitik, die in den Römischen Verträgen 1957 die Grundlage für die Entwicklung eines erfolgreichen Europas gelegt hat. Seither hat die GAP dazu beigetragen, eine gemeinsame strategische Ausrichtung der europäischen Landwirtschaft zu erreichen und auch auf dem Weltmarkt Konkurrenzfähigkeit anzustreben. Diese Politik hat über Jahrzehnte die Versorgung der Menschen in Europa mit gesunden Lebensmitteln garantiert. Einen Rückfall ins nationale Klein-Klein darf nicht sein. Um Versorgungssicherheit europaweit zu gewährleisten, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Der Nachwuchs überlegt sich jetzt, ob er seine Zukunft auf dem elterlichen Hof sieht, ob er in die Landwirtschaft investieren will. Nur die Gemeinsame Agrarpolitik mit einem eigenen Etat sichert gleiche Wettbewerbsbedingungen.