München – Die AfD geht auf Distanz zum österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner, allerdings nur halbherzig. Nach dem Willen der Parteispitze sollen ihre Mitglieder künftig keine Veranstaltungen mehr mit Sellner organisieren. Treffen, die nicht auf AfD-Ticket stattfinden, bleiben aber möglich. Zuletzt hatten Veranstaltungen mit Sellner in Thüringen und Brandenburg für Aufsehen gesorgt.
Der 37-Jährige gilt als prominentestes Gesicht der rechtsextremistischen Identitären Bewegung (IB) und wirbt für die Remigration auch deutscher, „nicht assimilierter“ Staatsbürger. Im radikalen Teil der AfD stößt das auf Zustimmung – die Parteispitze fürchtet indes, sich mit Blick auf den Verfassungsschutz angreifbar zu machen.
Offiziell steht die IB auf der Unvereinbarkeitsliste der Partei, die aber immer löchriger wird: Gerade erst begrüßte Bayerns AfD-Chef Stephan Protschka den Austritt von IB-Sprecher Maximilian Märkl aus der Partei, relativiert nach parteiinternen Anfeindungen aber. Die IB sei nicht extrem, erklärte er.