Beliebtheit: Merz weit, aber nicht ganz unten

von Redaktion

Bundeskanzler verlässt den vorletzten Platz – Grünen-Chefin bei eigenen Wählern nur auf Rang vier

Berlin – Zahlen lügen nicht, doch Statistiken bleiben Auslegungssache. Die Umfrage, die das Meinungsinstitut Insa für die „Bild“ durchgeführt hat, erscheint dann auch nur auf den ersten Blick wie eine Erfolgsmeldung für Friedrich Merz. In dem Beliebtheitsranking kletterte der Kanzler um zwei Plätze. Zur Wahrheit gehört aber, dass er nur von Rang 19 auf 17 gestiegen ist – unter 20 Politikern. Und sein Popularitätswert (3,4) blieb im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Rauf ging es für Merz nur, weil es für andere runter ging.

Große Umwälzungen gibt es in so kurzen Zeiträumen selten. Vorne liegt auch in dieser Umfrage der SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius (5,3), weit vor den Unions-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU/4,2) und Markus Söder (CSU/4,1). Ganz hinten, ebenfalls keine Sensation, rangieren AfD-Chef Tino Chrupalla (3,2) und Unions-Fraktionschef Jens Spahn (3,0). Dass die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek den größten Sprung nach vorne machte (von 15 auf 12), ist eher kurios als eine News. Ihr Beliebtheitswert sank um 0,1 Punkte auf 3,5.

Bemerkenswerter ist da schon das Abschneiden der Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner. Während bei allen anderen Wählergruppen ein Vertreter der eigenen Partei die höchsten Beliebtheitswerte erzielt, landet sie bei der Grünen-Klientel lediglich auf Platz vier. Auch in diesem Segment führt Boris Pistorius die Rangliste an, gefolgt von Vizekanzler Lars Klingbeil (ebenfalls SPD) sowie Reichinnek.

Das mag mit der gesunkenen bundespolitischen Bedeutung der Partei zu tun haben (Brantner ist eine von nur zwei Grünen in den Top 20), aber nicht nur. Denn Christian Dürr, Chef der tief gestürzten FDP, rangiert auf Position zehn. 0,3 Punkte und sieben Plätze vor dem Bundeskanzler.MB

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