Es gab schon Zeiten, in denen es leichter war, optimistisch zu bleiben. Als ein Krieg in Europa oder ein tagelanger Blackout unvorstellbar waren, Jahrhundert-Hochwasser nur alle 100 Jahre vorkamen und die meisten von uns noch nicht wussten, was Inzidenzen sind. Aber die Welt hat sich stark verändert. Krisen entstehen immer häufiger – und sie werden herausfordernder. Bayerns Hilfsorganisationen wollen die Gesellschaft dafür besser aufstellen. Es ist klug, sich vorzubereiten – mit ruhigem Kopf, ohne Panik. Denn wer weiß, wie er in Krisen-Situationen sich selbst und anderen helfen kann, schützt sich nicht nur, sondern entlastet Einsatzkräfte.
Der Zugang zu Selbstschutz- oder Erste-Hilfe-Kurse muss aber so niedrigschwellig wie möglich und für alle bezahlbar sein, damit es nicht bei einem Appell bleibt. Dafür müssen Politik, Hilfsorganisationen und Arbeitgeber an einem Strang ziehen. Viele Ehrenamtliche werden bisher nicht freigestellt, um für besondere Einsatzlagen zu trainieren.
Zu den Corona-Jahren gehörten Momente starken Zusammenhalts. Die Pandemie hat aber auch gezeigt, wie schnell sich eine Gesellschaft spalten kann. In der klugen Vorbereitung auf Krisen steckt eine Chance. Unsere Gesellschaft kann stärker, solidarischer werden. Und widerstandsfähiger. Nicht nur gegen Pandemien und Katastrophen – sondern auch gegen alle, die Ängste bewusst schüren, um sie für ihre Zwecke zu nutzen. KATRIN.WOITSCH@OVB.NET