Verkehrsminister Schnieder bei Markus Söder. © dpa
München – Ein Euro pro Tag für Bus und Bahn – das soll für Bayerns Schüler weiterhin gelten. Das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das 365-Euro-Ticket bis zum Ende des kommenden Schuljahres im Sommer 2027 verlängert. Zu Gast in der Sitzung war Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CSU).
Das vergünstigte Ticket für Schüler wird in den großen Verkehrsverbünden in München, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Ingolstadt sowie der Region Mainfranken angeboten – gilt allerdings auch nur in dem jeweiligen Verbundbereich. Da das ein nicht unerheblicher Nachteil zum im gesamten Bundesgebiet gültigen Deutschlandticket (63 Euro im Monat) ist, das es für Auszubildende, Studenten und Freiwilligendienstleistende auch vergünstigt (43 Euro im Monat) gibt, aber eben bisher nicht für Schüler, wird zudem eine Nachfolgeregelung geprüft, die diese Schlechterstellung aufhebt.
„Damit wird der Koalitionsvertrag umgesetzt, nach dem das System der Schülerbeförderung auf den Prüfstand gestellt und geklärt werden soll, inwieweit allen Schülerinnen und Schülern der Zugang zu einem verbilligten Deutschlandticket ermöglicht werden kann“, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Bis wann das Verkehrsministerium von Christian Bernreiter (CSU) ein Konzept für ein solches ermäßigtes Deutschlandticket für Schüler vorlegen will, ist allerdings offen.
Dort, wo Bus und Bahn ohnehin nicht so oft am Tag vorbeikommen wie in der Landeshauptstadt, sind gerade junge Menschen deutlich stärker auf das Auto angewiesen. Doch der Führerschein ist teuer wie nie. „Bis zu 4000 Euro“ müssten Fahranfänger heute in Deutschland dafür hinlegen, sagt Bundesminister Schnieder nach der Kabinettssitzung. Das sei „zu teuer“ und eine „Riesen-Herausforderung für Familien“. In Ländern wie Luxemburg (durchschnittlich 1500 Euro) oder Belgien (2000 Euro) sei die Fahrerlaubnis deutlich günstiger zu erwerben. Für die Sicherheit auf den Straßen bedeute das keine Abstriche. „Ich kenne keinen, der sagt, ich fahr nicht mehr nach Belgien oder Luxemburg“, sagt Schnieder mit Blick auf die dort bereits gültigen einfacheren Vorgaben.
Diesen Beispielen folgend, wolle man durch Vereinfachungen der Regularien und Bürokratieabbau auch in Deutschland den Preis drücken. Wie weit das gehen könne, lässt Schnieder offen. Es gehe nicht um ein „Preisschild“, sondern um Vereinfachung. Auch deutete er an, dass es etwas dauern könnte, bis sich ein Effekt einstellt. Das Genze werde „ein Prozess sein“. Davon, den Führerschein in der Hoffnung auf günstigere Preise herauszuzögern, rät er ab. „Wartet nicht darauf“, richtet sich Schnieder an junge Menschen. „Es geht um eure Mobilität. Macht den Führerschein jetzt.“SEBASTIAN HORSCH