Hier liegt Söder falsch

von Redaktion

Mehr Heimatnähe im BR

Die Kritik ist so ganz neu nicht. Schon seit einer Weile melden sich Interessenvertreter wie der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte oder der Bayerische Trachtenverband zu Wort und beklagen, dass der Bayerische Rundfunk in einer „Bairisch-Krise“ sei. Zu wenig Heimat, zu wenig Tradition. In Markus Söder haben sie nun offensichtlich einen prominenten Unterstützer bekommen.

Wie berichtet, forderte der CSU-Ministerpräsident in dieser Woche „mehr Heimatnähe“ des öffentlich-rechtlichen Senders. „Musik bayerischer, deutscher und europäischer Künstler soll im Hörfunkangebot besonders sichtbar sein“, hieß es dazu in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Allein: Der BR ist seit jeher schon sehr viel heimatnäher, als es etwa NDR oder WDR sind. Das hat sich auch in den vergangenen Jahren, die geprägt waren von einem Modernisierungsprozess, nicht verändert.

Regionale Nachrichten, Beiträge aus allen Regierungsbezirken, Moderatoren, die Dialekt sprechen, Diskussionsrunden mit Bürgerinnen und Bürgern – all das liefert doch der BR regelmäßig und in guter Qualität. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Sendungen, deren Titel im Dialekt gehalten sind, man denke nur an „Jetzt red i“ oder den Dauerbrenner „Dahoam is Dahaom“. Mehr Heimatnähe und Identifikation mit dem Freistaat als in „Wir in Bayern“ kann es kaum geben. Und selbst manch – überregional im Ersten ausgestrahlte – „Tatort“-Folge rekurrierte im Titel aufs Lokale („A gmahde Wiesn“, „Der oide Depp“, „Mia san jetz da wo’s weh tut“). Unlängst wurde zudem bekannt, dass BR-Klassiker wie die „Brettl-Spitzen“ neben der Ausstrahlung im TV künftig auch im Radio gesendet werden.

Man kann dem BR sicher einiges vorwerfen – mangelnde Heimatnähe nicht.

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