Clinton: Es wird mit den USA nie mehr, wie es war

von Redaktion

Siko-Selfie: Finnlands Ex-Regierungschefin Sanna Marin (l.) und Hillary Clinton. © dpa

München – Wie sähe die Welt heute aus, wenn sie 2016 gegen Donald Trump die US-Wahl gewonnen hätte? Diesen Gedanken vieler im Münchner Amerikahaus wischt Hillary Clinton gleich selbst weg: Der nostalgische Blick zurück bringe nichts. Es gehe für alle, die die US-Demokratie retten wollen, darum, dass Trumps MAGA-Republikaner die Kongresswahlen im November verlieren.

Aber selbst dann, sagt die Ex-Außenministerin, dürfe sich Europa nicht der Hoffnung hingeben, dass der Maga-Spuk vorbei wäre: „Wir können vieles reparieren, aber es wird nie mehr so werden, wie es war.“ Denn nicht nur Trump und sein Vize JD Vance seien „Gegner Europas“, sondern auch Tech-Oligarchen wie Elon Musk. Durch deren Macht, die Social-Media-Kanäle zu kontrollieren und die Welt mit Falschinformationen zu fluten, seien die Demokratien weltweit in Gefahr.

Auch bei Hintergrundgesprächen mit US-Politikern und US-Intellektuellen auf der Siko wird klar, dass das alte transatlantische Verhältnis Geschichte ist. Immer ist da die klare Aufforderung an die Europäer zu hören: „Es ist gut, wenn ihr jetzt lernt, euch von Amerika abzunabeln.“ Nur ein selbstbewussteres, militärisch stärkeres und wirtschaftlich wettbewerbsfähigeres Europa werde von der US-Regierung ernst genommen. Die Amerikaner seien müde von der Idee, die Welt retten zu müssen. Deshalb müssten die europäischen Nato-Partner dafür sorgen, dass die USA die Nato braucht, nicht die Nato die USA.KLAUS RIMPEL

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