Trump wird die Exil-Iraner enttäuschen

von Redaktion

Großdemonstration in München

Es war eine der größten Demonstrationen in der Geschichte der Bundesrepublik: Rund 250 000 Menschen versammelten sich auf der Theresienwiese, um gegen das Mullah-Regime in Teheran zu demonstrieren. Zumindest zahlenmäßig haben die Anhänger von Schah-Sohn Reza Pahlavi damit deutlich gemacht, wer das wahre Gesicht der iranischen Opposition ist. Zu den Demos der linken Volksmudschahedin kommen weit weniger Exil-Iraner.

In München wurden die Schah-Fans aufgerufen, doch bitte nicht „Tod den Mullahs, den Linken, den Mudschahedin“ zu rufen. Dieser Konflikt unter den Regime-Gegnern lässt ahnen, wie lang und steinig der Weg zu einem erneuerten, demokratischen Iran noch sein wird. Pahlavi gelingt es aber immerhin, auch nicht-monarchistische Gruppen hinter sich zu versammeln. So jubelten auf der Theresienwiese auch Anhänger der 2022 blutig niedergeschlagenen Protestbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ dem Schah-Sohn zu.

In München war zudem eine breite Zustimmung zur zweiten großen Streitfrage der Exil-Iraner zu erkennen: Soll man beim Sturz der Mullahs auf militärische Hilfe der USA und Israels setzen? Doch wer auf Donald Trump hofft, dem droht Ernüchterung: So wie die USA trotz Maduro-Festnahme mit dem alten Regime in Venezuela kungeln, verfolgt Trump auch im Iran ganz eigene Interessen. Ein militärisches Abenteuer im Iran ist unter Trump-Fans unpopulär. Wenn die Mullahs sich auf einen Atom-Deal einlassen, wird die US-Regierung keinen Regime-Sturz anstreben, so laut Pahlavi auch danach ruft.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET

Artikel 6 von 11