Genf/Teheran – Die iranischen Revolutionsgarden haben parallel zu den Verhandlungen mit den USA bei einem Marinemanöver Raketen auf Ziele im Meer gefeuert. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen mobiler Raketenwerfer, die Ziele in der Straße von Hormus an der Südküste trafen.
Bei der Militärübung seien auch Schnellboote mit Raketenwerfern im Einsatz, hieß es von den Revolutionsgarden. Teile der Meerenge seien aus Sicherheitsgründen mehrere Stunden lang für den Schiffsverkehr gesperrt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman (siehe Grafik). Sie gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Iranische Offiziere hatten im Konflikt mit den USA bereits damit gedroht, sie jederzeit blockieren zu können.
Oliver Klapschus, Chef des Vergleichsportals Heizoel24, beruhigt: „Das Manöver der Revolutionsgarden würde ich als Säbelrasseln deuten, um für die Atom-Verhandlungen Druck aufzubauen“, sagt der Marktkenner unserer Zeitung. „Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass Teheran es auf einen Krieg mit den USA ankommen lässt.“ Das zeige sich an den Marktpreisen: „Gestern stieg der Ölpreis um zwei Prozent auf 69 Dollar pro Barrel, sank dann aber wieder.“ Fundamental sei die Versorgung gut, die Ölförderer hielten gerade sogar noch Kapazitäten zurück. „Teurer als 70 Dollar sollte Öl vorerst nicht werden. Wenn sich die Lage im Iran beruhigt und der Winter ausklingt, dürften die Preise eher wieder fallen.“MAS