Sieben Wochen ohne Attacken

von Redaktion

Start der Fastenzeit

Sieben Wochen ohne Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten? Oder man verzichtet in der Fastenzeit aufs Auto, legt das Handy mal für einige Zeit zur Seite. Die Fastenzeit nach den närrischen Wochen und zur Vorbereitung auf Ostern haben viele sicher auch noch in lebhafter Erinnerung aus Kindertagen. Als streng über das 40-tägige Gutti-Verbot gewacht wurde.

Inzwischen hat sich das Fasten-Gebot der Christen weiter entwickelt. Der Verzicht auf Zucker, Nikotin oder Hochprozentiges wird mehr aus medizinischen oder ästhetischen, denn aus religiösen Beweggründen gewählt. Bei anderen ist das Umweltbewusstsein die Triebfeder, um das Auto gegen das Radl zu tauschen.

Die evangelische Kirche in Deutschland gibt der Fastenzeit seit über 30 Jahren einen besonderen Kick. Es geht darum, Alltagsgewohnheiten zu überdenken. „Sieben Wochen ohne Härte“ heißt es in diesem Jahr. Eine gute Gelegenheit, über den Umgang mit anderen nachzudenken. Wäre nicht ein anderer Ton angebracht? Muss eine Auseinandersetzung so heftig werden? Statt Härte etwas mehr Mitgefühl zeigen? Auf dem öffentlichen Parkett und im weltweiten Netz wird mittlerweile ohne Rücksicht auf Verluste ausgeteilt. Das Motto scheint zu sein: je unverschämter und rotziger, desto durchsetzungsstärker.

Etwas mehr Rücksichtnahme und Mitgefühl machen das Leben leichter. Gerade dann, wenn die Weltpolitik die Menschen in Sorgen stürzt. Dann braucht es Zusammenhalt, Anstand, Verständnis. Sieben Wochen ohne Härte – was für ein verlockender Gedanke. CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET

Artikel 1 von 11