Wir befinden uns im vierten Jahr des Ukraine-Krieges, bei dessen Beginn uns Militär-Experten erklärt hatten, dass Russland das Nachbarland binnen weniger Tage überrollen werde. Jetzt schreiben israelische Medien, dass ein US-Krieg gegen den Iran „wohl mehrere Wochen dauern“ würde. Der Iran ist viereinhalbmal so groß wie Deutschland, zu glauben, dass dieser riesige Staat in einer Art Trump‘schen Blitzkrieg besiegt und demokratisiert werden könne, ist brandgefährlich.
Donald Trump, der aus der Opposition heraus stets das Afghanistan-Abenteuer der US-Armee scharf kritisiert hatte, verspürt den Druck der Isolationisten in seiner Partei, lieber die Finger von solch einem unberechenbaren Krieg zu lassen. Doch der US-Präsident hat andererseits mit seinen Flugzeugträgern eine Drohkulisse auffahren lassen, nach der er als schwach entlarvt würde, wenn er sich von den Mullahs auf der Nase herumtanzen ließe.
Deshalb ist vorstellbar, dass er nach gescheiterten Verhandlungen erneut Raketen auf Basen und Uran-Anlagen abfeuern lässt. Möglich, dass solche Militärschläge ein Startschuss für die inneriranische Opposition wären, sich zu erheben. Solange aber Revolutionsgarden und Armee zum Regime stehen, dürfte das ein blutiges Ende nehmen. Die Hoffnung, wenn der US-Weltpolizist eingreift, dann wird die Demokratie in Teheran ausbrechen, ist jedenfalls reichlich naiv.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET
Es ist für den einstigen britischen Prinzen schon eine bittere Symbolik, dass er ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag festgenommen wird. Denn für Andrew gibt es längst nichts mehr zu feiern, nicht einmal an diesem Tag. Seit Jahren stehen die haarsträubendsten Vorwürfe gegen den einstigen Royal im Raum, immer neue verstörende Bilder und entlarvende Schriftwechsel offenbaren den tiefen Epstein-Morast, in dem Andrew steckt.
Auch wenn Andrew diese Vorwürfe stets vehement bestreitet, dürfte selbst dem wohlgesonnensten Royal-Fan mittlerweile gedämmert sein, dass es nicht mehr nur entschuldbare Fehltritte sind. Nicht alles, was über den einstigen Lieblingssohn von Queen Elizabeth II. kursiert, ist zwar strafrechtlich relevant. Doch zu lange wurde der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, dass Andrew mit allem davonkommt. So endete eine Missbrauchsklage von Virginia Giuffre in einer außergerichtlichen Einigung, inklusive großzügiger royaler Spende.
Dass nun rechtliche Schritte in Großbritannien eingeleitet werden, ist gleichermaßen befriedigend wie überfällig. Zu lange hat das britische Königshaus geschwiegen, versucht, mit Titel-Entzug und Zwangs-Umzug sich öffentlichkeitswirksam zu distanzieren. Doch an einer Aufklärung der Vorwürfe schien man im Hause Windsor nicht groß interessiert zu sein. Da hilft auch die Ansage von König Charles III. „Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“ nicht. Das hätte es schon früher müssen, und die Royals hätten Untersuchungen ankurbeln können. Schließlich führen sie ihre Pflichten im Dienste der Briten aus. Und die haben die Wahrheit verdient.