Enge Beziehung: Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer. © dpa
Stuttgart – Im Vorfeld herrschte große Spannung, am Ende verlief das Wiedersehen eher unspektakulär. Bei ihrer ersten Teilnahme an einem CDU-Parteitag seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft 2021 ist Angela Merkel mit langem Applaus von den rund 1000 Delegierten empfangen worden.
Friedrich Merz hatte sie gleich in seiner Eröffnungsrede in Stuttgart als erste von „vielen treuen Wegbegleitern“ aus der Union begrüßt: „An erster Stelle begrüße ich die ehemalige Vorsitzende der CDU Deutschlands, unsere langjährige Bundeskanzlerin, Angela Merkel. Liebe Angela, herzlich willkommen.“ Merkel nahm in der ersten Reihe zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet Platz, den anderen noch lebenden Ex-Vorsitzenden der CDU. Es ist üblich, dass alle ehemaligen Parteichefs als Ehrengäste eingeladen werden. Merkel hatte ihre Teilnahme vor wenigen Tagen überraschend angekündigt, was für erhebliche Unruhe sorgte. Ihr Verhältnis zu Merz gilt seit vielen Jahren als äußerst schwierig. Auf dem Parteitag äußerte sie sich nicht öffentlich.
In seiner Hauptrede ging Merz erneut auf die Vorgängerin ein. Merkel habe die Einheit Deutschlands „geradezu personifiziert“. Sie – also die Einheit, nicht Merkel – sei „der größte Glücksfall unserer jüngeren Geschichte“. Nach einigem Zögern klatschte auch Merkel. Am Ende der Rede erhob sie sich wie alle anderen.
Ex-Parteichefin Kramp-Karrenbauer begrüßte Merkels Teilnahme. „Ich freue mich, dass wir nebeneinandersitzen und die Gelegenheit haben, ein bisschen zu plauschen“, sagte sie der „Rheinischen Post“. „Parteitag ist immer wie Familientreffen. Da trifft man viele wieder.“ Von dem Parteitag erhoffe sie sich, „dass wir ein Signal des Aufbruchs und der Geschlossenheit senden“.