Es ist der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für die Verkündung: Der Rundfunkbeitrag soll steigen – um 28 Cent, so die Empfehlung. Was klingt, wie eine Kleinigkeit, hat Sprengkraft. Denn jegliche Erhöhungen sind mitten im KI-Skandal des ZDF schwer zu vermitteln und bieten Kritikern, die einen unabhängigen Rundfunk am liebsten ganz abschaffen würden, eine neue Angriffsfläche.
Die Öffentlich-Rechtlichen gehen nicht gerade demütig mit den bereits üppigen Abgaben um. Megagehälter, Verträge, die über das Rentenalter hinaus fürstlich absichern, und Spartenangebote, die teils nur als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für unkündbare Mitarbeiter wirken. Hinzukommt, dass die Liste der Skandale lang ist: von Intendantinnen, die sich den puren Luxus auf unsere Kosten finanzieren, hin zu massiv fehlerhaften Beiträgen in eigentlich hochkarätigen Nachrichtensendungen.
Kurz: Der ÖRR ist gerade nicht in der Position für höhere Pflichtabgaben. Hinzu kommt, dass die bereits angeordneten Sparmaßnahmen mit jahrelangem Verzug Wirkung entfalten. Schon jetzt könnten dagegen die Grundgehälter in Spitzenpositionen (knapp 428.000 im Jahr 2024 für den einstigen ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow) und saftige Sachbezüge (knapp 22.000€ für Buhrow 2024) angepasst werden. Und braucht ein Intendant wirklich einen eigenen Fahrer? LEONIE.HUDELMAIER@OVB.NET