Heute geht Putins barbarischer Krieg gegen die Ukraine in sein fünftes Jahr. Der 24. Februar ist ein schwarzer Tag, aber nicht nur für die tapferen Verteidiger und für Europa. Auch für Russland entwickelt sich der Feldzug immer mehr zur Katastrophe. Putin lässt sich von seinen Staatsmedien als großer Kommandeur feiern, doch einen lausigeren Kriegsherrn als ihn hat Russland noch nicht erlebt: Stalin brauchte im „großen vaterländischen Krieg“ 1418 Tage, um 3000 Kilometer nach Berlin zu marschieren und Hitler-Deutschland zu besiegen. Putin hat in 1460 Tagen gerade mal 100 Kilometer vom Schwarzen Meer ins Landesinnere des unterlegenen Nachbarlandes geschafft und dabei 300 000 Männer geopfert.
Um seinen Misserfolg zu verschleiern, fährt KGB-Mann Putin die Siegpropaganda hoch. So will er die Öffentlichkeit im Westen entmutigen, so wie er die Menschen in dem überfallenen Land mit seinem Kälteterror zu brechen versucht. Doch auch das ist eine Lüge: Trotz des riesigen Einsatzes an Material und Menschen hat seine Armee zuletzt kaum noch Geländegewinne verzeichnet; umgekehrt eroberte die Ukraine per Blitzoffensive gerade 300 Quadratkilometer bei Dnipropetrowsk zurück.
Gefährlicher als Russlands Armee sind für Kiew zu Beginn des fünften Kriegsjahres Putins fünfte Kolonnen im Westen: Weidels AfD und Wagenknechts BSW, die Deutschland aus der Koalition der Unterstützer herausbrechen und zum Büttel Trumps und Putins machen wollen. Die Regierungschefs Ungarns und der Slowakei, Orbán und Fico, die immer schamloser als Putins Agenten in Europa auftreten und die EU-Hilfen ebenso wie ihre Stromlieferungen an die frierenden Ukrainer stoppen wollen; Bundesaußenminister Wadephul spricht zu Recht von „Verrat“. Und ein US-Präsident, der die Ukraine am liebsten an Moskau verkaufen würde.
So weit darf es nicht kommen. Die Ukraine und ihr Präsident Selenskyj sind für Europa ein inspirierendes Vorbild im Kampf gegen die Tyrannei und für die Bewahrung ihrer Würde. So wie sich die Ukraine gegen die Unterwerfung stemmt, muss Europa für seine Freiheit und Sicherheit einstehen, will es nicht zum Spielball der Autokraten werden. Dafür darf es ruhig mit dem Teufel verhandeln, wenn dem wirtschaftlich taumelnden Russland der Krieg eines Tages doch zu teuer wird. Und es muss mit Orbán endlich Tacheles reden.