Wird Lauterbach neuer WHO-Chef?

von Redaktion

Ex-Gesundheitsminister (SPD) äußert sich zu Spekulationen

München – Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich erstmals zu den Gerüchten über eine neue Spitzenposition bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geäußert. In der ARD-Sendung „hart aber fair“ wurde der 63-Jährige direkt von Moderator Louis Klamroth darauf angesprochen, ob er Lust hätte, neuer Chef der WHO in Genf zu werden. Lauterbach entgegnete darauf zwar: „Das würde ich ungern kommentieren.“

Seine anschließende Einordnung verrät aber mehr, als er vermutlich offenbaren wollte. „Genf ist eine schöne Stadt, wo man immer wieder auch gerne hinreist“, ergänzt er. Aber bei der WHO seien es sehr lange Verfahren und „das dauert ewig und drei Tage“. Und: „Darüber jetzt zu spekulieren, wäre viel zu früh.“ Eine klare Absage klingt anders. Die Amtszeit des jetzigen WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus läuft im August 2027 aus. Deutschland bemüht sich offenbar um einen Deutschen an der Spitze. Laut „NZZ“ kursiert auf einer internen Kandidatenliste nicht nur Lauterbachs Name, sondern auch ein Paul Zubeil – Experte für europäische und internationale Gesundheitspolitik und Ehemann des Virologen Hendrik Streeck (CDU).

Lauterbach hatte nach dem Zerfall der Ampel-Koalition kein Geheimnis daraus gemacht, dass er gerne den Posten als Gesundheitsminister behalten wollte. Durch seine Corona-Politik während dieser Zeit zog er viel Unmut auf sich. Das Amt ging letztlich an die CDU, seine Nachfolgerin ist Nina Warken. Lauterbach ist jetzt einfacher Abgeordneter im Bundestag und Vorsitzender des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung. Im Juni 2025 wurde bekannt, dass der Gesundheitsökonom zusätzlich eine Stelle bei der WHO annimmt. Dort arbeitet er in einer Kommission für Klima und Gesundheit mit – unentgeltlich.HUD

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