Schwarz-grüne Einheit im Ländle

von Redaktion

Vor der Wahl: Özdemir gibt Herausforderer Hagel Rückendeckung

Bald Partner? Hagel (li., CDU) und Özdemir (Grüne). © dpa

München – Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg geht es zwischen den zwei Haupt-Herausforderern Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) ungewohnt harmonisch zu. Bei einem Schlagabtausch im SWR-Fernsehen wird der Grüne-Spitzenkandidat Özdemir von Markus Frohnmaier (AfD) zu einem Video-Ausschnitt von Hagel aus dem Jahr 2018 gefragt. Hagel – damals 29 Jahre – hatte darin von einer Realschülerin, die „braune Haare, rehbraune Augen“ gehabt habe, gesprochen (wir berichteten). Für diese einleitenden Worte hatte sich der CDU-Politiker bereits entschuldigt.

Ausgerechnet sein Herausforderer Özdemir gibt ihm nun Rückendeckung. „Ich bin mir sicher, Herr Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren“, erklärt er auf Frohnmaiers Frage, ob sich Özdemir noch immer eine Zusammenarbeit mit der CDU vorstellen könne. Während es von den Grünen aus Berlin weiterhin Kritik an Hagel hagelt, hält Özdemir also lieber die Füße still. Wegen der schlechten bundesweiten Umfragen wahrt Özdemir ohnehin Distanz zu den Bundesgrünen – im Wahlkampf kam kaum Besuch aus Berlin ins Ländle.

Gleichzeitig scheinen sich Hagel und Özdemir für eine künftige Zusammenarbeit in Stellung zu bringen. Laut aktuellem Stand der Umfragen bräuchten sie nämlich einander. Denn die CDU – in den Umfragen mit 28 Prozent vorn – kommt mit SPD und FDP nicht über 50 Prozent. Und auch die Grünen – aktuell bei 22 Prozent – könnten keine Regierungsmehrheit mit SPD und Linke bilden. So wettert Hagel gegen Atomkraft („Wir hinterlassen unseren Kindern einen strahlenden Haufen Müll“) und Özdemir erklärt: „Wir sind Wettbewerber, Konkurrenten, aber keine Feinde.“HUD

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