Kein Tag vergeht ohne neue Schlagzeilen im Epstein-Skandal. In Großbritannien erschütterte er erst den Buckingham Palace, dann die Downing Street, Ex-Botschafter Peter Mandelson wurde zwischenzeitlich ebenso festgenommen wie Andrew Mountbatten-Windsor. In Norwegen erwischte es die Kronprinzessin, den ehemaligen Premierminister, und gestern trat mit Börge Brende auch der Präsident des Weltwirtschaftsforums zurück. Und in Frankreich steht der ehemalige Kulturminister Jack Lang im Feuer.
Das steht in einem bemerkenswerten Widerspruch zur Aufarbeitung in den USA. Dort gibt es in der Politik kaum Rücktritte, nur Bill Gates bedauert. Stattdessen erschöpft sich die Debatte oft in rechtlichen Fragen wie Schwärzungen in den Akten.
Der Fall hat die Welt in Abgründe blicken lassen. Vor allem wegen der sexuellen Ausbeutung von Mädchen. Aber auch wegen des weltweiten Netzwerks der Eliten – zur Freude aller Verschwörungstheoretiker. Und man muss kein solcher sein, um festzustellen: Offenbar funktionieren diese Netzwerke in den USA so gut, dass eine ehrliche Aufarbeitung kaum stattfindet.