„Wir fühlen uns einfach sehr unwohl“

von Redaktion

Gestrandete Reisende in der Golfregion: Es trifft auch Umsteiger auf dem Heimweg

Andreas Blumenthal vor der Dubai-Kulisse. © privat

Dubai/München – Es sollte ein entspannter Urlaub werden für Andreas Blumenthal und seine Frau am Jumeirah Beach in Dubai: goldgelber Sandstrand, türkisfarbenes Meer. Doch jetzt sind dunkle Rauchschwaden hinzugekommen und Geräusche von Explosionen. „Fast so, wie wenn eine große Lawine abgeht“, schildert der 61-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen.

Blumenthal und seine Frau mussten mitten in der Nacht aus dem Hotelzimmer in die gesicherte Tiefgarage umziehen, wurden vom Hotelpersonal mit Decken und Wasser versorgt. Von Angst will er nicht direkt sprechen. „Wir fühlen uns einfach sehr unwohl.“ Werden die Raketen von der arabischen Luftabwehr abgeschossen, hören die Blumenthals das nicht nur. Sie spüren es auch, wenn die Fensterscheiben ihres Zimmers wackeln. „Das ist dann schon sehr erschreckend.“

Seit zwei Tagen sitzt das Ehepaar nun schon im Kriegsgebiet fest. Wie lange? Unklar. Aktuell sind die Lufträume gesperrt. Die Verunsicherung vor Ort ist groß. „Niemand weiß, wie es weitergeht“, sagt Blumenthal. Die offiziellen Informationen aus Deutschland seien „sehr spärlich“. Wir haben mit einigen Urlaubern, Reisenden und Expats gesprochen, die nun unter der Eskalation am Golf leiden. Immer wieder geäußert: die Sorge, wann und wie man die Heimreise trotz gesperrter Lufträume und beschädigter Flughäfen antreten kann. „Wir würden gerne einfach nur nach Hause“, sagt auch Lessa Burger (26) aus Krün. Sie ist mit ihrer Gruppe beim Umsteigen auf dem Rückweg von den Malediven in Abu Dhabi gestrandet.

Auch im Oman kann eine Reisegruppe nicht aus dem Land, wie der Münchner Reiseveranstalters Studiosus mitteilt. Die Flüge seien auch dort aufgrund des Iran-Krieges gestrichen worden. „Allen Gästen geht es gut“, sagte ein Firmen-Sprecher. Eine Ausreise sei für Freitag und Samstag geplant. Vom Flughafen Maskat heben derzeit noch einzelne Maschinen in Richtung Deutschland ab.TOBIAS SCHWANINGER

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