AfD-Fraktion wirft Abgeordneten raus

von Redaktion

Er machte Vetternwirtschaft publik: Partei straft Schmidt ab

Berlin – Die AfD-Fraktion im Bundestag hat ihren Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt im Zusammenhang mit der Debatte über Vetternwirtschaft ausgeschlossen. Die Fraktion folgte damit einem Antrag der Fraktionsspitze um die Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. Schmidt bezeichnete die Entscheidung als falsch. „Reformbedarf wird nicht dadurch gelöst, dass man einzelne Personen zum Problem erklärt.“

Schmidt hatte die Debatte über Vetternwirtschaft in der Partei ins Rollen gebracht. Der Ex-Generalsekretär der Sachsen-Anhalt-AfD hatte sich mit Parteifreunden überworfen, gegenseitige Vorwürfe folgten. Schmidt, hieß es, habe sein Mandat für private Geschäfte genutzt. Der wiederum warf Parteikollegen Vetternwirtschaft vor. In der Folge wurden bundesweit etliche Fälle öffentlich, in denen Mandatsträger Verwandte von Kollegen beschäftigen. Die AfD nennt die Praxis legal, Chrupalla hatte lediglich von einem „Geschmäckle“ gesprochen.

Schmidt habe der Fraktion zutiefst geschadet, sagte Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann. „Er wollte maximal schädigen, er wollte sich rächen, weil er unterlegen ist in internen Rivalitäten, die es in allen Fraktionen, in allen Parteien gibt, um Ämter, um Geltung und so weiter.“ Gegen Schmidt läuft auch ein Parteiausschlussverfahren.

Der ebenfalls in die Kritik geratene Fraktions-Vize Stefan Keuter kann dagegen seinen Job behalten. Keuter hatte laut „t-online“ seine Freundin angestellt. Er gab lediglich seinen Posten als Personalchef ab.

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