Die USA verfeuern, was die Ukraine braucht

von Redaktion

Die Folgen des Iran-Kriegs

Der Angriff auf das iranische Regime könnte aus Sicht Kiews eigentlich eine Genugtuung sein. Teheran galt bisher als einer der treuesten Verbündeten von Kreml-Chef Putin und machte den anhaltenden Terror gegen ukrainische Städte mit seinen Shahed-Drohnen erst möglich. Die werden inzwischen aber in Russland produziert, um Engpässe muss sich der Kreml also nicht sorgen. Anders als Kiew.

Mittelfristig könnte die US-amerikanische Verstrickung in den Iran-Krieg zum Problem für die Ukraine werden. Vor allem materiell: Die Ukraine ist bei der Luftabwehr auf genau jene „PAC-3“-Raketen angewiesen, die die USA gerade in großer Zahl verfeuern. Der Bestand war schon vorher auf kritischem Niveau und auch wenn die ukrainische Rüstungsindustrie immer selbständiger wird, kann sie das komplexe System noch nicht selbst herstellen. Je länger der Iran-Krieg dauert, desto höher die Gefahr, dass die USA mit Raketenlieferungen, die sie sich in der Ära Trump bezahlen lassen, knausern.

Abstrakter, aber auch wichtig: Könnte es sein, dass ein im Iran verstrickter Trump das Interesse an jenem Krieg verliert, den er eh für einen rein europäischen hält? So muss es nicht kommen, denkbar wäre es. Europa sollte das einkalkulieren – umso mehr, als Putins Friedensbereitschaft sicher nicht gewachsen ist, seine Paranoia schon eher. Die Eliminierung des Ajatollahs in seiner Residenz wird beim Kreml-Chef diffuse Ängste geweckt haben. Bisher reagierte er darauf stets mit Aggression.

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