Alexander Dobrindt war neu im Singspiel, Dorothee Bär kam nicht mehr vor.
Frisch eingeschenkt: Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Ministerpräsident Markus Söder. © Kneffel/dpa
Auch mit verbundenen Augen hatten Ferdinand Hofer (l.) und Miroslav Nemec Spaß. © Rollitz/ABR
München – Schon immer war Markus Söder ein großer Fan von Markus Söder. Wenn Stephan Zinner im Singspiel in den vergangenen 15 Jahren den Generalsekretär/Umweltminister/Ministerpräsidenten gespielt hat, fühlte sich das Original stets gut, oft sehr gut aufgehoben. Wenig überraschend fällt die spontane Reaktion des CSU-Chefs dann auch gestern wohlwollend aus. Und das nicht nur, weil es sich angefühlt hat, „als ob ich selbst da oben rede“.
Jedem Anfang wohnt nun mal ein Zauber inne, und Söder ist schon deshalb vorfreudig gestimmt gewesen, weil auf der Kanzel nicht mehr Maxi Schafroth stand. Der Ministerpräsident erwähnt dann auch demonstrativ nachsichtig die Nervosität des Neulings in den ersten Minuten, Zinner habe das flott in den Griff gekriegt. „Insgesamt war das ein guter Start, es war viel Gutes dabei.“
Eine Spitze mehr hätte er sich dann aber schon gewünscht, selbstverständlich in Richtung der Anderen. Das Thema Länderfinanzausgleich hätte gut in die Rede gepasst, findet Söder: „Da hätte er schon was sagen können, auch an die auswärtigen Gäste, die gut davon leben.“
Gäste wie Bärbel Bas vermutlich, die SPD-Chefin aus Duisburg. Die war aufrichtig angetan: „Es war viel drin, schöne Spitzen, aber auch viel Selbstkritik. Ich fand‘s gut.“ Zumal sie wesentlich besser wegkam als ihr Co-Chef Lars Klingbeil.
Die kleineren und größeren Gemeinheiten waren gleichmäßig verteilt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lobte die „gesunde“ Kombination „aus Humor und Kritik. Es hat die Mischung gepasst, da muss es nicht beleidigend sein.“ Das kann man auch als subtilen Hinweis an Zinners Vorgänger Schafroth werten, der selber gebannt zuhörte.
Nicht ganz so subtil formulierte es Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU): „Das war eine gelungene und zeitgemäße Neuinterpretation der Rolle des Bruder Barnabas. Nach dem Tiefpunkt des letzten Jahres ein klarer Aufwärtstrend.“
Letztes Jahr war Dorothee Bär (CSU) noch Bestandteil des Singspiels, diesmal beschränkte sich ihre Präsenz auf die Fastenpredigt, aber die Forschungsministerin war zufrieden. Eine „komplette Liebeserklärung“ habe Zinner da losgelassen, „ich bin geflasht“. Weniger kann halt immer noch viel sein. Selbst Hubert Aiwanger machte gute Miene zur Nebenrolle: „Ich war ja auch ziemlich brav.“MARC BEYER