Über seine neue Rolle: Ich muss gestehen, dass nicht alle meine Freunde so hundertprozentig begeistert waren, dass ich diese Rede hier halte. Mein Vater freut sich. Der ist Weißbiertrinker und hofft, dass Teile der Gage in Naturalien ausgezahlt werden. Aber mein Management sagt, „NEIN, Warum machst du des? Es läuft doch. Dieser Schleudersitz.“
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Sie können sich entspannen, ich habe die fertige Rede mit der Software vom US-Justizministeriumprüfen lassen – kein einziger Name ist geschwärzt. Das heißt im Umkehrschluss: Kein wirklicher Schwerverbrecher befindet sich heute hier im Saal. Tja, „Wunder gibt es immer wieder“. Epstein, Katja Ebstein hat das gesungen.
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Zu Markus Söder: Dr. Fu Manchu war in Filmen aus den Sechzigerjahren ein skrupelloser chinesischer Superschurke, der die Weltherrschaft angestrebt hat. Das trifft jetzt nicht hundertprozentig auf Sie zu, weil: Sie sind ja kein Chinese.
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Sie wollten sogar eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten in die Verfassung schreiben. Oder war das das Vorgängermodell? Der alte Markus Söder, der noch Bäume umarmt hat und einen höheren Frauenanteil in der CSU wollte. Verrückt, was man so alles sagt…
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Wo sitzt die Bayern-SPD im Saal? Für die ist sich kleinmachen die leichteste Übung. Da sind ja einige Charakterköpfe dabei – also, ich kenn sie jetzt nicht, aber mir habens Bilder auf meinen Text geklebt.
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Der Klingbeil Lars hat ein Charisma wie ein Einbau-Kühlschrank. Gut, er kann „Wonderwall“ auf der Gitarre spielen, das kann mein Kühlschrank nicht. Was der aber spielend schafft: Er kann mich mit seinen Inhalten begeistern.
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Thema Geldwäschebekämpfung: Ich finde gut, dass Joachim Herrmann denen an den Kragen will, die’s mit dem Gesetz nicht so genau nehmen. Aber wissen das alle in ihrer Partei? Nicht, dass wieder die Falschen nervös werden. Weil: Die einen jagen wir mit Blaulicht – die anderen winken uns vom Golfplatz.
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Irgendwo muss der Strom ja herkommen! Gaskraftwerke stehen im Plan, gleich hinterm Einhorngehege – beim Wunschdenken links. In Reichling ham’s gesagt: „Bevor ma des verstehen, bohr ma einfach mal ein Loch. Möge das Gas blubbern. Wenn’s klappt: Energiepolitik. Wenn ned: Loch.“
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Zu Münchens Wirtschaftsreferent: Herr Scharpf, gut, dass Sie die Wiesn gegen den Vorschlag, dort Eintritt zu verlangen, mit den Worten verteidigt haben: „Wir sind doch kein Freizeitpark“. Wobei: Wenn man ins Käferzelt hineinschaut und diese aufwendig rekonstruierten Damen sieht, hat man fast das Gefühl, man wäre in „König der Löwen“ gelandet.
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Wenn mir jemand aus dem Finanzministerium vom Herrn Füracker was vom Trickle-Down-Effekt erzählt – sagen wir’s auf Deutsch: Da tut nix runtertropfen! Das ist ein urologisches Problem. Wenn unten nichts ankommt, dann muss man oben was ändern.