Stellt sich Vance gegen Trump?

von Redaktion

Folgen des Kriegs für US-Wahl

Die Midterm-Wahlen sind noch weit weg, deshalb ist es angesichts der Unwägbarkeiten des Krieges zu früh, schon über die Folgen für die künftigen Machtverhältnisse im US-Kongress zu spekulieren. Was aber deutlich wird: Die Führungsfiguren der Maga-Bewegung wie Marjorie Taylor Greene sind wie bereits beim Umgang mit den Epstein-Akten bitter enttäuscht worden von ihrem Idol Donald Trump. Hatte der doch versprochen, US-Soldaten nicht mehr für Abenteuer fern von Iowa oder Idaho sterben zu lassen.

Der neue Guru dieser US-Isolationisten ist JD Vance, und es wird spannend, wie stark der Vizepräsident auf Distanz zum Präsidenten gehen wird. Schon jetzt hat Vance die anfängliche Linie Trumps verschoben: Nicht um einen Regimewechsel gehe es, sondern um irgendeinen neuen Mullah, der netter zur USA ist und keine Atombomben baut.

Zu erwarten ist, dass Trump nach einigen Wochen behaupten wird, jetzt seien die Mullahs geschwächt genug, um den Krieg zu beenden. Das strategische Problem dabei ist, dass die iranische Führung genau weiß, dass Trump hier ein Problem hat. Die Zeit wird zur wichtigen Waffe: Die neue iranische Führung wird alles tun, den Krieg in die Länge zu ziehen. Entscheidend für die Stimmung in den USA wird sein, wie sehr der Krieg die US-Wirtschaft treffen wird. Bei einem anhaltenden Ölpreis-Schock muss Trump fürchten, dass sich Vance gegen ihn stellt.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET

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